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KInderurologie: Refluxerkrankungen

Bei der Refluxerkrankung liegt ein unvollständiger Verschlussmechanismus der Harnleitermündung in die Harnblase vor, so dass Urin bei gefüllter Blase in den Harnleiter (Ureter) und die Niere zurückgedrückt wird. Die Häufigkeit beträgt etwa 1% im Kindesalter, wobei Kinder mit fieberhaften Harnwegsinfektionen in 20-50% einen sogenannten Reflux in einen oder beide Harnleiter aufweisen. Es wird eine familiäre Häufung beschrieben. Mädchen sind etwa vier Mal so häufig betroffen wie Jungen, bei denen allerdings die angeborenen Formen überwiegen. In Kombination mit weiteren Fehlbildungen der Harnorgane (Harnröhrenklappen, Blasenentleerungsstörungen) kann oft bereits während der Schwangerschaft die Diagnose gestellt und damit eine unverzügliche Behandlung eingeleitet werden.

Es wird zwischen einem angeborenen (primär, kongenital) und einem erworbenen (sekundär) Reflux unterschieden. Bei der angeborenen Variante verläuft der Harnleiter in einem zu kurzen Tunnel zwischen der Blasenmuskulatur und Blasenschleimhaut, so dass bei Druckerhöhung während der Urinentleerung aus der Harnblase die Harnleitermündung nicht effizient durch die Blasenmuskeln verschlossen werden kann. Ursachen für die erworbene Variante des Refluxes sind eine falsch erlernte Blasenentleerung (Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination), angeborene Nervenerkrankungen (Spina bifida, Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie), Verengung der Harnröhre (Striktur, Harnröhrenklappen, Phimose).

Die Erkrankung wird meistens durch eine fieberhafte Harnwegsinfektion festgestellt. Weitere Anzeichen sind ein verstärktes Einnässen, fahle Hautfarbe, Gedeihstörungen, Müdigkeit (Apathie); im Säuglingsalter zusätzlich eine Trinkschwäche oder häufiges Erbrechen. Zur Diagnostik gehören die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Nieren und Harnblase, die Harnstrahlmessung und eine Röntgendurchleuchtung der Harnblase während des Wasserlassens (Miktionszystourethrogramm) sowie eine Nierenfunktionsuntersuchung (Nierensequenzszintigraphie).

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