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Äußere Genitale

Ein linker und ein rechter Hoden gehören zu den äußeren Geschlechtsorganen des Mannes und befinden sich normalerweise in einem Hautsack am Unterleib. Hierhin wandern sie während der menschlichen Entwicklung aus dem Bauchraum kommend. Manchmal ist diese Wanderung unvollständig und ein oder beide Hoden befindet sich an anderer Stelle zum Beispiel in der Leistenregion oder sogar noch innerhalb des Bauchraumes. Dies heute rechtzeitig vor dem zweiten Geburtstag zu erkennen gehört zur Aufgabe des Kinderarztes im Rahmen des Vorsorgeprogramms.

Jeder Hoden wird, wie jedes andere menschliche Organ auch, mit Blut versorgt. Arterien bringen ihm frisches, sauerstoffreiches Blut, Venen schaffen verbrauchtes, weniger sauerstoffreiches Blut wieder fort. Nerven kommen aus dem Rückenmark zum Hoden. Besondere Leitungsbahnen sind die Lymphgefäße mit den Lymphknoten, in ihnen fließt Gewebswasser aus dem Hodensack entlang der Leistenregion und der großen Körperschlagader zurück in das Blut. Die Hoden werden auch als Keimdrüsen bezeichnet und sind vergleichbar mit den Eierstöcken bei der Frau. Eine Kapselhülle aus Bindegewebe umgibt sie. Ein Hoden wiegt etwa zwanzig bis dreißig Gramm und der Rauminhalt beträgt etwa fünfzehn bis zwanzig Milliliter. In den männlichen Keimdrüsen werden die Geschlechtshormone und die Spermien gebildet, letztere gelangen durch enge Kanälchen zunächst in den hinter dem Hoden liegenden Nebenhoden und von dort weiter durch die Vorsteherdrüse (Prostata) in die Harnröhre und Penis nach außen.

Innerhalb des Hodens befinden sind verschiedene Typen von Zellen, die unterschiedliche Aufgaben haben, zum Beispiel die Produktion der Geschlechtshormone oder die der Spermien. Diese Tatsache spielt auch bei Entwicklung des Hodenkrebses eine Rolle, denn je nach Zelltyp werden die Hodenkrebse in den Typ der Seminome oder den Typ der Nicht-Seminome eingeteilt. Eine Einteilung, welche für die Ableitung spezieller Behandlungsmaßnahmen sowie bei Aussagen zu Heilungsaussichten für den Arzt sehr hilfreich ist.

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